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Augmented Reality auch in der Baubranche auf Vorstoß

 

 

 

Ellwangen, 19.05.2017: Augmented Reality (AR) steht kurz vor dem Durchbruch. Eine Deloitte-Studie sagt der Technik der „erweiterten Realität“ mittels speziellen, informationsübertragenden Brillen großes Marktpotenzial voraus: Bis 2020 könne allein in Deutschland ein Umsatz von einer Milliarde Euro mit Geräten und AR-Inhalten erzielt werden. Konzerne wie Facebook, Apple und Google setzen bereits jetzt auf AR. Dabei geht das Anwendungsspektrum weit über Entertainment hinaus. Die Innovationsberatungsgesellschaft EurA widmet sich der Integration dieser neuen Technik auch in der Baubranche. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Netzwerk AR-Sensor*4.0 lädt potenzielle Interessenten zum Erfahrungsaustausch über die intelligente Verarbeitung von Sensordaten sowie deren Visualisierung in Verbindung mit Technologien der erweiterten Realität.

Das Netzwerk AR-Sensor*4.0 hat die Vision, Augmented Reality zu einem breiten Einsatz in der Industrie zu verhelfen und zu einem festen Bestandteil der Entwicklungen im Industrie 4.0-Umfeld zu machen. „Um es so weit zu bringen, sind jedoch zahlreiche Entwicklungsschritte notwendig“, erklärt Netzwerkmanager Patrick Hiesinger von EurA. „Erste Lösungen existieren bisher nur als Insellösungen für einzelne Anwendungsfelder, beispielsweise im Bereich der Logistik, der Montageassistenz oder im Bereich Service und Instandhaltung.“

Aus diesem Grund standen in einer ersten Netzwerkkonferenz die Themen Sensorik und Digitalisierung im Bau im Mittelpunkt der Diskussion. Im Rahmen des Treffens wurden erste Bedarfe für neue Entwicklungen im Bau, in der Bauüberwachung und Instandhaltung formuliert, die über Forschungs- und Entwicklungsprojekte weiterverfolgt werden sollen. „Es hat sich gezeigt, dass ein zukunftsträchtiger Use-Case beispielsweise in der Digitalisierung von Raumdaten liegt“, so Hiesinger. So eröffne AR neue Möglichkeiten, wenn es um Vermessungsmethoden und Gutachten von Bestandsgebäuden ginge. In einer Art „virtuellem Rundgang“ könnten Risse in Wänden dadurch etwa leicht dokumentiert werden. Auch bei der Errichtung von Neubauten biete die innovative Technik enormes Potenzial, so Hiesinger: „Über Ausgabegeräte wie AR-Brillen kann die genaue Position von Bauteilen und Leitungstrassen gesehen werden – Abweichungen vom Bauplan können direkt über die Kamera in der Brille dokumentiert und an den Planer weitergeleitet werden.“ Pannen am Bau könne damit frühzeitig begegnet werden.

Die Zusammensetzung des AR-Sensor*4.0-Netzwerkes vielfältig: So leisten unter anderem Komponentenhersteller, Verarbeiter von Bild- und Sensordaten sowie Softwareanbieter ihren Beitrag zu dem Vorhaben. Ziel des Netzwerks ist die gemeinschaftliche Entwicklung der Technologien der erweiterten Realität mit Fokus auf die Bereiche Produktion, Montage und Service. In einer weiteren Netzwerksitzung im Spätsommer sollen die bereits erarbeiteten Ansätze entsprechend der Anforderungen aus der Praxis angepasst und konkretisiert werden. Das Vorhaben ist offen für die Aufnahme weiterer Teilnehmer.