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Hilfe für Millionen Hungernde in Afrika

Ellwangen, Juli 2017. Niedergebrannte Strohhütten, verlassene Dörfer und Siedlungen. In den Straßen die Leichen geschändeter Männer, Frauen und Kinder. Ein Flächenbrand der Gewalt und Zerstörung ist 2013 im Südsudan entbrannt. Erst zwei Jahre zuvor hatte sich der junge Staat mit seinen geschätzt 12 Millionen Einwohnern nach jahrzehntelangen Bürgerkriegen vom vormaligen Gesamtsudan (38 Mio. Einwohner) abgespaltet und für unabhängig erklärt.

Millionen Menschen sind seither vor den wahl- und ziellos mordenden und marodierenden Regierungstruppen und Rebellengruppen auf der Flucht. In Verstecke im Inland, aber auch in die Nachbarstaaten Nordsudan, Uganda und Somalia. Dort vegetieren sie unter erbärmlichen Bedingungen in Flüchtlingscamps nahe der Grenze. Die internationalen Hilfsorganisationen sind mit den Problemen bei der Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung, der Hygiene und der Sicherheit für die Camp-Bewohner überfordert. Eine Hungersnot allergrößten Ausmaßes in diesem Teil Zentralafrikas ist die Folge. Jeder vierte Mensch südlich der Sahara hungert. UNICEF spricht von 7,5 Millionen Menschen, die alleine im Südsudan hungern.  Besonders leiden die Kinder.

Die Comboni-Missionare sind in die kritische Lage vor Ort direkt eingebunden. Der Sudan ist quasi ihr „Stammland“ in Afrika. Ihr Gründer, der heilige Daniel Comboni, hatte hier vor gut 150 Jahren seine missionarische Tätigkeit begonnen. Im Südsudan arbeiten zurzeit 45 Comboni Missionare auf neun Missionsstationen. Die Station Leer musste Anfang 2014 und die Station Lomin im März 2017 aufgegeben werden. 

Br. Hans Dieter Ritterbecks, Missionsprokurator in Ellwangen, berichtet: „In Lomin hatte 2005 unser Mitbruder Erich Fischnaller damit begonnen, ein Werkstatt-Zentrum aufzubauen. Im Laufe der Jahre wuchs dieses zu einem ansehnlichen Ausbildungsprojekt mit größeren Werkstätten wie Schreinerei, Schlosserei, Weberei, Bäckerei sowie einer ausgedehnten Landwirtschaft und Viehhaltung heran. Die Gegend um Lomin, nahe der ugandischen Grenze, blieb von den Ende 2013 einsetzenden Unruhen zunächst verschont. Man konnte ungehindert die Felder bestellen, nach Uganda fahren und arbeiten wo auch immer. Bis dann im März 2017 plötzlich Regierungssoldaten auftauchten, um angeblich Rebellen aufzuspüren. Schnell war damit die Ruhe vorbei. Es wurde willkürlich geraubt, vergewaltigt, verstümmelt und gemordet. Die Gräueltaten lösten eine gewaltige Flüchtlingswelle aus, der ganze Bezirk Kajo Kaji in Südsudan ist seither praktisch entvölkert. Viele Menschen flohen in das nahegelegene Uganda. Andere suchten in unserer Missionsstation Zuflucht. Doch diese wurde von den Regierungstruppen auch nicht respektiert, so dass am Ende alle nach Uganda Reißaus nehmen mussten. Im Camp Moyo im Norden Ugandas kümmert sich seitdem Bruder Erich um die Versorgung der aus seiner Region hierhin Geflüchteten.“

Bruder Hans Dieter, der seit dreieinhalb Jahren zurück in Deutschland ist, hat selbst mehr als 20 Jahre als Missionar im Südsudan verbracht. Er zeigt sich erschüttert von der aktuellen Situation in seinem zweiten Heimatland: „Im Land herrscht totale Anarchie und Willkür, keiner ist vor den Soldaten von Präsident Salva Kiir und den Vasallen der beiden Kriegsherren Riak Machar und Thomas Cirillo sicher. Der Zivilbevölkerung, meist Seminomaden und zu über 70 Prozent Analphabeten, bleibt nur die Flucht.“

Besonders schwierig und gefährlich gestaltet sich die Versorgung hungernder Menschen in den ländlichen Gebieten des Südsudans. Ein weiterer Comboni-Missionar, Br. Bernhard Hengl, setzt sich von der Hauptstadt Juba aus für die Notleidenden ein. Er organisiert Lebensmitteltransporte in die entlegenen Gebiete, zu denen internationale Hilfsorganisationen nur schwer Zugang haben. Gleiches gilt für die Missionsstationen in Old Fangak, Nyal und Wau, wo sich die dort arbeitenden Comboni-Missionare um die notleidende Bevölkerung vor Ort kümmern.

Außerdem gilt die Hilfe der Comboni-Missionare dem Flüchtlings-Camp Kosti im Nordsudan, wohin ebenfalls viele Südsudanesen vor den bewaffneten Konflikten geflohen sind. Die Flüchtlinge werden von den Sacred Heart Schwestern, die den Comboni-Missionaren nahe stehen, betreut und versorgt. Außer  der Lebensmittelversorgung stellt die mangelnde Hygiene im Camp eine Herausforderung für sie dar. Unzureichende und unsaubere Latrinen sind die Ursache von Durchfallerkrankungen wie Typhus und Cholera.
Nicht zuletzt sind nach langen Dürren auch die Äthiopien und Malawi von Ernteausfällen betroffen. Der jetzt schon im dritten Jahr ausbleibende Regen hat vor allem Malawi in eine große Hungersnot gestürzt. Hier versorgt Pater James Pilira betroffene Familien mit Lebensmitteln, um deren große Not zumindest teilweise zu lindern.

Als Prokurator der deutschsprachigen Provinz der Comboni-Missionare mit Sitz in Ellwangen ist Br. Hans Dieter Ritterbecks neben anderem für die Verwaltung und Verteilung aller eingehenden Hilfsgelder zuständig.  „Wir tun alles Mögliche, um unseren Mitbrüdern den von ihnen versorgten Menschen in Südsudan und den von der augenblicklichen Hungersnot ebenso betroffenen Nachbarstaten zu helfen. Alles, was an Spenden bei uns reinkommt, wird ohne jeglichen Abzug direkt an die vor Ort helfenden Mitbrüder weitergeleitet“, betont er.
Für die akute Hungersnot in Südsudan und für die Flüchtlingscamps in den Nachbarstaaten Uganda und  Nordsudan hat der Ellwanger Prokurator ein spezielles Spendenkonto eingerichtet. „Unter dem Stichwort „Hungerhilfe Südsudan“ kommen Spenden für die hungernden Menschen in Form von Lebensmitteln direkt bei ihnen an“, versichert er.

Spendenkonto „Hungerhilfe Südsudan“
Comboni Missionare KöR
73479 Ellwangen
DE 66 6145 0050 0110 6170 15
BIC   OASPDE6AXXX
Stichwort: Hungerhilfe Südsudan

 


Mit etwas Holz köcheln Frauen auf offenen Feuerstellen karge Mahlzeiten für ihre Familien.
In weiß gekleidete Sacred Heart Schwestern kümmern sich um die Flüchtlinge.

 


Lange Schlangen vor der Trinkwasser- und Lebensmittel-Ausgabestelle.

 


Lageralltag im ugandischen Flüchtlingscamp Moyo an der Grenze zum Südsudan.