· 

Forschung, Entwicklung und Markteinführung: Fördermittel für Innovationen

Innovationsstrategie entwickeln - Förderprogramme aktiv nutzen

Die Expertenkommission Forschung und Innovation1 führte im Jahresbericht 2017 aus: „Bisher erreichte die staatliche Innovationsförderung – trotz gut ausgebauter Projektförderung – zu wenige KMU. Gerade die Vielzahl an spezifischen Bundes- und Länderprogrammen macht die Fördermöglichkeiten für antragstellende Unternehmen komplex und der mit der Antragstellung verbundene Aufwand ist von kleinen Unternehmen schwerer zu schultern als von größeren Unternehmen.“

 

Ein Grund für die nicht befriedigende Nutzung der Innovationsförderung ist die Unsicherheit von Unternehmen über die Motivation, Struktur und Vorgehensweise im Umgang mit öffentlichen Förderprogrammen. Die Erforschung neuer technologischer Grundlagen, die Entwicklung innovativer Komponenten und Bauelemente und die Markteinführung dieser Innovationen sind aber wesentlich für den technologischen Fortschritt und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.


Die staatliche Innovationsförderung spielt eine zentrale Rolle bei dem Erhalt und dem Ausbau dieser unternehmerischen Fähigkeiten. Dieser Artikel soll einen Beitrag dazu liefern, staatliche Förderung für die Entwicklung und Markteinführung innovativer elektronische Bauelemente und Baugruppen auszubauen und zu nutzen.

 

Innovationsprozesse in mittelständischen Unternehmen

Innovative Unternehmen, also Firmen mit neuen, Ihre Kunden überzeugende Produkte und Dienstleistungen, sind rentabler und schaffen überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze. Die Chancen innovativer Unternehmen sind insbesondere für einen Hochtechnologie-Standort wie Deutschland vielfach demonstriert. Der Beginn eines Innovationsprozesses ist dabei oft die Einsicht, dass Stillstand in Wahrheit Rückschritt bedeutet: die Wettbewerber entwickeln sich weiter, neue Wettbewerber erstehen am Markt, Absatzmärkte verschwinden wenn komplette Produktgruppen nicht mehr benötigt werden, usw. Wer sich nicht bewegt, wird abgehängt. In manchen Branchen, z.B. bei Internet-basierenden Geschäftsprozessen, kann dies sehr schnell innerhalb von wenigen Monaten gehen – in anderen Branchen, z.B. der Rohstoff-Industrie, dauert dies länger.

 

Innovationsstrategie als Kernkomponente der Produkt- und Geschäftsstrategie

Wo will ich hin? Was will mein Kunde? Was macht der Wettbewerb? Wie sieht mein Geschäft aus, wenn das heutige Produkt so veraltet ist, dass es am Markt nicht mehr besteht? Kann ich mit neuen Produktideen mehr Deckungsbeitrag erzielen als mit den bestehenden Produkten? Solche und andere Fragen sind typisch für innovative Unternehmen.

In einem strukturierten Prozess zur Entwicklung einer Innovationsstrategie wird immer der Bezug zu der Geschäftsstrategie eines Unternehmens hergestellt: wie sieht das Geschäftsfeld des Unternehmens heute und in Zukunft aus? Welche Marktsegmente will ich festigen, halten, abgeben oder erreichen. Welche Produkte/Dienstleistungen wird das Unternehmen in Zukunft vertreiben? Ein neues Geschäftsfeld mit einem neuen Produktportfolio aufzubauen, ist der Königsweg der Innovation und entsprechend schwierig und selten. Weiter verbreitet ist die Entwicklung neuer Produkte für ein bestehendes Geschäftsfeld, in dem gute langjährige Kontakte zu Kunden bestehen. Alternativ ist der Aufbau eines neuen Geschäftsfelds in Kombination mit dem bestehenden möglich, wobei auf die Anforderung des neuen Geschäftsfelds mit der Anpassung der Produkte reagiert wird.

 

Die Abbildung 1 zeigt ein vereinfachtes Produkt-Geschäftsfeld – Portfolio als Basis für die Entwicklung einer Innovationsstrategie. Die Klärung, welche der vier Varianten der Produkt- und Geschäftsentwicklung ein Unternehmen benötigt, ist eine der wichtigsten Managemententscheidung der Unternehmensführung. Die Entscheidung über eine oder mehrere dieser Varianten ist dann die Basis für die konkrete Planung des Innovationsprozesses und für die Entscheidung, ob mit oder ohne Fördermittel eine Entwicklung angegangen werden soll.

Abb. 1: Vereinfachte Portfolio-Darstellung Produkte / Geschäftsfelder mit Visualisierung von vier grundlegenden Varianten einer Innovationstätigkeit

 

Bei Klarheit über die geplante Geschäftsentwicklung ist der nächste Schritt die Konzeption des Innovationsprozesses. Mit welchen Schritten soll Marktfähigkeit, technisches Konzept, Nutzerorientierung und Wettbewerbsstärke erreicht werden? Kosten einer zukünftigen Produktion und der Markteinführung (z.B. Zulassungen) müssen abgeschätzt werden.

 

Eine wesentliche Komponente der Kosten neuer Produkte sind oft die Entwicklungskosten für Produkt und/oder den Produktionsprozess. Hier setzen Innovationsförderprogramme an, die für Unternehmen, die Ihre Geschäftsstrategie, Produktstrategie und Innovationsprozesse „im Griff“ haben, sehr gute Chancen zur Finanzierung der Kosten von Forschung und Entwicklung bieten.

 

Motivation zur Nutzung öffentlicher Innovationsförderprogramme

Mit Innovationsförderprogrammen der Bundesländer, der verschiedenen Bundesministerien und der Europäischen Union können alle wesentlichen Aktivitäten von der grundlegenden Idee für ein neues Produkt bis zur Zulassung und Markteinführung gefördert werden. Diese Arbeiten zur Entwicklung und unternehmerischen Umsetzung von Innovationen werden mit verlorenen Zuschüssen gefördert: ein Unternehmen muss die Fördermittel nicht zurückzahlen – ob erfolgreich oder nicht erfolgreich. Es werden keine Unternehmensanteile verlangt und es müssen keine Sicherheiten dargestellt werden. Innovationsförderung arbeiten mit öffentlichen Zuschüssen, die mit Förderquoten von typischerweise 25% bis 70% der Kosten hoch attraktiv sind.

 

Für die Realisierung innovativer Produkte müssen Unternehmen unterschiedliche Aufwände finanzieren. Ein OECD-Handbuch2

 

 

definiert: Innovationsausgaben umfassen neben FuE-Ausgaben auch Ausgaben für den Erwerb von Maschinen, Anlagen, Software und externem Wissen (z.B. Patente oder Lizenzen), Ausgaben für Konstruktion, Design, Produktgestaltung, Konzeption, Schulung und Weiterbildung, Markteinführung und andere Vorbereitungen für die Produktion und den Vertrieb von Innovationen.

 

Typische Aktivitäten von Innovatoren

Die Motivationen, Fragestellungen und typischen Tätigkeiten in den verschiedenen Innovationsphasen sind in der folgenden Abbildung dargestellt:

 

Abb. 2: Ablauf unternehmerischer Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten von der selten in Unternehmen durchgeführten Grundlagenforschung bis zur kommerziellen Nutzung

 

Die Kosten dieser Tätigkeiten können, mit unterschiedlicher Förderquote und unterschiedlichen Förderhöhen, durch öffentliche Förderprogramme mit Zuschüssen finanziert werden. Öffentliche Förderprogramme beteiligen sich mit Zuschüssen zwischen 25 bis 100 Prozent an diesen Kosten, können also einen wesentlichen Beitrag leisten.

 

Förderprogramme aktiv nutzen

Die Motivation zur Nutzung öffentlicher Förderprogramme entsteht aus dem klaren Wettbewerbsvorsprung, der sich damit erzielen lässt:

  • Strategisch – da durch Förderprogramme frühzeitig neue Technologien und Kooperationspartner erschlossen werden können;
  • Konzeptionell/Operativ – eine stringente Projektplanung mit klaren Arbeitspaketen und Meilensteinen ist obligatorisch bei geförderten Projekten;
  • Finanziell – die eigenen Finanzanteile für Forschung und Entwicklung können reduziert werden bzw. für zusätzliche Entwicklungen genutzt werden.

 In Abbildung 3 sind die Ergebnisse einer Umfrage unter geförderten Unternehmen zu ihrer Motivation bei der Nutzung von Förderprogrammen dargestellt. Die Umfrageergebnisse zeigen sehr konkret auf, warum Unternehmen aktiv auf Förderprogramme zugehen und sich engagieren.

Abb. 3: Bedeutung von Forschung und Entwicklung aus Sicht innovativer Unternehmen. Umfrage unter 2.720 Unternehmen des DIW3

 

 

Vier Beispiele für Innovationsförderprogramme für die Entwicklung und Markteinführung elektronischer Bauelemente

Die Innovationstätigkeit von Unternehmen wird insbesondere in der anwendungsorientierten Forschung, in der Entwicklung konkreter Produkte und bei der Vorbereitung einer Kommerzialisierung durch zum Beispiel Prototypen und Zulassungen breit gefördert. Fachlich breit angelegte Innovationsförderprogramme ergänzen dabei fachspezifische Förderprogramme, die konkrete wissenschaftlich-technische Ziele verfolgen.

Abb. 4: Darstellung von einem fachspezifischen Förderprogramm und drei thematisch offenen Förderprogrammen

 

Die folgende Tabelle enthält eine Zusammenfassung dieser vier Innovationsförderprogramme.

Tab. 1: Zusammenfassung der vier Innovationsförderprogramme

 

Programmbeispiel 1:

Fachspezifische Förderung für Komponenten und Systeme für die Elektromobilität

Mit diesem auf den Ausbau der Elektromobilität ausgerichtetem Programm des Bundesverkehrsministeriums werden Unternehmen unterschiedlicher Größe gefördert. Das Programm deckt die ganze Breite der Innovationstätigkeit von Unternehmen ab: anwendungsorientierte Forschungs- und Demonstrationsvorhaben zur strategischen Unterstützung des Markthochlaufs von Elektrofahrzeugen, vernetzte Mobilität und Einsatz von Elektrobussen oder E-Lkw im Kontext innovativer Mobilitäts- bzw. Logistikkonzepte bis zu kommunale Elektromobilitätskonzepten.

 

Fördersteckbrief Fachprogramme Elektromobilität des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

  • Verschiedene Teilprogramme im Bereich Elektromobilität mit unterschiedlicher Laufzeit
  • Förderung großer Unternehmen möglich
  • Förderung von Einzelprojekten und Verbundprojekten mit typisch drei bis sechs Partnern
  • Zuschuss von 25 bis zu 60 Prozent für Forschung und Entwicklung möglich
  • Zuschussvolumen bis zu mehreren Millionen Euro
  • Investitionszuschüsse möglich für die Unterstützung der Markteinführung
  • Verschiedene Termine pro Jahr, abhängig von den Themen der Teilprogramme
  • Entscheidungsdauer von Antrag bis Projektbeginn 4-8 Monate

 

Programmbeispiel 2:

Stärkung des Innovationspotenzials im Bereich der Spitzenforschung für Elektroniksysteme

Das Programm KMU-Innovativ: Elektroniksysteme fördert kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter und eingeschränkt auch größere Unternehmen. In diesem Programm sind anwendungsorientierte Forschungsarbeiten beispielsweise im Bereich der Sensorik, der Aktorik, der Aufbau- und Verbindungstechnik, bei Komponenten und in der Systemintegration möglich. Fokus sind Einsatzgebiete in Elektronikanwenderbranchen wie der Industrieautomatisierung, der intelligenten Mobilität, der Medizintechnik und der Energietechnik.

 

Fördersteckbrief Programm KMU-Innovativ Elektroniksysteme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

  • Schwerpunkt bei anwendungsorientierter Forschung und der Umsetzung von Forschungsergebnissen in eine Produktentwicklung
  • Förderkriterien sind Exzellenz, Innovationsgrad und Relevanz im Thema Elektroniksysteme
  • Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen bis 250 Mitarbeiter, eingeschränkt auch Teilnahme größerer Unternehmen möglich
  • Förderung von Einzelprojekten und kleinen Verbundprojekten mit typisch bis zu vier Partnern
  • Zuschuss von 50 bis 60 Prozent der Kosten von Forschung und Entwicklung
  • Zuschussvolumen typisch 500.000 Euro bis 1,5 Mio. Euro
  • Zwei Termine pro Jahr: 15. April / 15. Oktober für Skizzen, danach Antrag
  • Entscheidungsdauer von Skizze bis Projektbeginn 6-9 Monate

 

Programmbeispiel 3:

Förderung für die Entwicklung neuer Produkte, Verfahren oder technischer Dienstleistung

Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist ein bundesweites, technologie- und branchenoffenes Förderprogramm für mittelständische Unternehmen und für Forschungseinrichtungen, die mit diesen zusammenarbeiten. ZIM fördert die Entwicklung konkreter neuer Produkte, die mit ihren Funktionen, Parametern oder Merkmalen die bisherigen Produkte, Verfahren oder technischen Dienstleistungen deutlich übertreffen. Das fachlich-thematisch offene Programm soll die konkrete technologische Leistungsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen erhöhen.

 

Fördersteckbrief ZIM-Programm

  • Schwerpunkt bei konkreten Produktentwicklungen, auch Entwicklung von Verfahren und technischen Dienstleistungen möglich
  • Förderkriterien sind Innovationshöhe, Orientierung am internationalen Stand der Technik sowie ein erhebliches, aber kalkulierbares technisches Risiko
  • Förderung von Einzelprojekten oder Kooperationsprojekten von kleinen und mittleren Unternehmen mit Forschungseinrichtungen oder Hochschulen
  • Typische Fördersätze im Bereich 40 bis 55 Prozent bei einem maximalen Projektvolumen von 380.000 Euro pro Unternehmen
  • Antragsstellung ist jederzeit möglich
  • Entscheidungsdauer zwischen Antrag und Projektbeginn drei bis sechs Monate

 

Programmbeispiel 4:

Konkrete Innovationen zur Marktreife bringen mit Förderung der EU

Das EU-Förderprogramm KMU-Instrument richtet sich ausschließlich an kleine und mittlere Unternehmen mit Wachstumspotenzial, einer Idee mit hohem Marktpotenzial und Innovationsgrad sowie europäisch bzw. international ausgerichteter Geschäftstätigkeit. Im Programm Fast Track to Innovation sind zusätzlich zu KMU auch Großunternehmen, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen förderfähig. In beiden Programmen werden Arbeiten zur Markteinführung von Innovationen gefördert. Dazu gehören Aktivitäten wie Demonstration, Tests, Erstellung von Prototypen, Pilotmaßnahmen, Scale-up, Zulassung, Miniaturisierung oder Design bis hin zur Marktumsetzung.

 

Fördersteckbrief EU Programme KMU-Instrument und Fast Track to Innovation

  • Förderung zur Erlangung der Marktreife und Markteinführung von innovativen Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen
  • Förderkriterien sind das Marktpotential, der europäische Mehrwert und das Alleinstellungsmerkmal. Bewertet wird nach Kriterien wie Innovationshöhe (Excellence), Auswirkung auf den europäischen Markt und das Unternehmen (Impact) und Qualität der Umsetzung (Implementation).
  • KMU-Instrument: Förderung von einzelnen Unternehmen bis zu 2,5 Mio. Euro bei 70 Prozent Förderquote
  • Fast Track to Innovation: Förderung von kleinen Verbünden von drei bis fünf Partnern mit bis zu 3 Mio. Euro bei 70 Prozent Förderquote für Unternehmen und 100 Prozent Förderquote für Hochschulen und außeruniversitäre Institute
  • Antragsstellung zu festen Terminen, üblicherweise viermal pro Jahr
  • Entscheidungsdauer zwischen Antrag und Projektbeginn: drei bis vier Monate

 

Vorgehensweise bei der Inanspruchnahme öffentlicher Innovationsförderprogramme

Mit den dargestellten Innovationsförderprogrammen und vielen weiteren nationalen und europäischen Programmen können alle wesentlichen Aktivitäten von der grundlegenden Idee für ein neues Produkt bis zur Zulassung und Markteinführung gefördert werden. Die Förderquoten sind mit typischerweise 25 bis 70 Prozent der Kosten eines Unternehmens attraktiv. Dementsprechend ist die Nachfrage nach solchen Fördermitteln meistens deutlich höher als das Programmvolumen. In vielen Programmen können nur ein Teil der Anträge gefördert werden.

 

Wenn ein Unternehmen sich entschließt, für die Entwicklung oder Markteinführung einer Innovation Fördermittel zu nutzen, sollten folgende beiden Analysen vorab durchgeführt werden:

 

Schritt 1 - Vorbereitung: Analyse des Bedarfs für den Einsatz von Fördermitteln und der Chancen eines Antrags

Bei der Bedarfsanalyse werden beispielsweise folgende Fragen gestellt:

  • Welche Priorität hat die geplante Innovation für das Unternehmen?
  • Kann das Unternehmen die Innovation auch ohne Förderung entwickeln?
  • Welcher finanzielle Umfang einer Förderung ist zu welchem Zeitpunkt notwendig?
  • Werden Entwicklungs- bzw. Markteinführungspartner benötigt, die ggf. bei Verzicht auf Fördermittel direkt bezahlt werden müssen?

 

Die Chancen eines Antrags auf Fördermittel sind in vielen Fällen nur schwer einschätzbar. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass viele Fördermittel in wettbewerbsähnlichen Verfahren vergeben werden und die konkurrierenden Ideen und Anträge nicht bekannt sind.

 

Für eine Einschätzung der Chancen eines Antrags und für die Auswahl eines Programms können folgende grundlegenden Faktoren herangezogen werden:

Abb. 5: Faktorenbetrachtung zur Abschätzung der Chancen eines Förderantrags

 

Wenn die Analyse des Bedarfs und der Chancen beide für eine Nutzung eines Förderprogramms spricht, geht es üblicherweise an das Erstellen des Förderantrags.

 

Schritt 2 - Antragstellung: Erstellung des Förderantrags und Einreichung

Typische Bestandteile von Förderanträgen sind die Erläuterung der technologischen Grundlagen des innovativen Produktes, die Ziele des Projektes, die besonderen Eigenschaften bezüglich der Kundenanforderungen und des Wettbewerbs. Zur Projektbeschreibung gehört eine Zeit- und Ressourcenplanung, die Beurteilung der Marktsituation und die Beschreibung der kommerziellen Umsetzung. Neben dem fachlich-inhaltlichen Teil eines Projektantrags gehören Angaben zum Unternehmen, zur wirtschaftlichen Situation, Personal- und Finanzdaten, Planungsrechnungen und bei Zusammenarbeit mit Projektpartnern auch Kooperationsverträge zu den Unterlagen, die mit Antragsstellung eingereicht werden müssen. Der Umfang von Förderanträgen kann, abhängig von den konkreten Anforderungen des Programms, von 10-15 Seiten bis zu mehr als 100 Seiten betragen.

 

Die Dokumentation der Bestandteile eines Antrags ist Voraussetzung der fristgerechten Einreichung. Leider nutzen Förderprogramme keine einheitliche Gliederung. Auch die Einreichungsprozesse können sehr unterschiedlich sein: Eingang per Brief zu einem beliebigen Termin, elektronische Einreichung über ein Internet-Portal und zusätzlich schriftlich in mehrfacher Ausfertigung oder ausschließlich elektronische Einreichung nach Erfassung und Vorprüfung des antragsstellenden Unternehmens sind typische Verfahren.

 

Schritt 3 – Projektdurchführung: Entgegennahme von Fördermitteln

Bei positiver Entscheidung des Förderprogramms erhält das Unternehmen einen Fördermittelbescheid, gegebenenfalls auch eine Bitte um Einreichung zusätzlicher Unterlagen.

 

Die fachlich-inhaltliche Projektdurchführung wird von dem geförderten Unternehmen verantwortlich durchgeführt. Bei Innovationsprojekten gibt es immer Änderungen der Projektplanungen, dies wird von den Förderprogrammen auch meistens akzeptiert, muss aber immer dokumentiert und begründet werden. Neben der Durchführung der Forschungs- oder Entwicklungsarbeit ist die Abrechnung der Fördermittel eine wichtige Aufgabe.

 

Hierzu gehört zunächst die Bewertung des Fördermittelbescheids und seiner Nebenbestimmungen. Dies sollte unbedingt vollständig und in allen Details durchgeführt werden. Typische Bestandteile bei der Durchführung öffentlich geförderter Innovationsprojekte sind ein umfassendes Projektcontrolling (Überwachung Projektfinanzen, Berichtstermine, Fristen, Meilensteine, etc.) sowie eine detaillierte Belegung der Projektkosten inkl. Soll-Ist-Vergleichen, Erstellung der Abrufunterlagen für die Fördermittel, Prüfung der Förderfähigkeit von Kosten, etc.

 

Ein erfolgreicher Projektabschluss ermöglicht die Markteinführung innovativer Produkte oder Dienstleistungen bzw. die Nutzung neuer Verfahren. Mit Abschluss der Förderung besteht üblicherweise keine weitere Verpflichtung gegenüber dem Förderprogramm.


QUELLEN

1Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschland 2017, Seite 22

Expertenkommission Forschung und Innovation, https://www.e-fi.de/, ISBN 978-3-00-055286-1

2Oslo Manual: Guidelines for Collecting and Interpreting Innovation Data, http://www.oecd.org/sti/inno/oslomanualguidelinesforcollectingandinterpretinginnovationdata3rdedition.htm, ISBN 978-92-64-01308-3

3Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., DIW-Studie zur Innovationsintensität 2012 - https://www.diw.de

 


EurA-Innovationsberatung-Fördermittel-SME-Instrument

AACHEN ∙ BERLIN ∙ ELLWANGEN ∙ ENGE-SANDE ∙ HAMBURG ∙ PFARRKIRCHEN ∙ PORTUGAL ∙ ZELLA-MEHLIS

+49 7961 9256-0

info@eura-ag.de

Max-Eyth-Straße 2

73479 Ellwangen

Germany

Follow us on

EurA-Innovationsberatung-Fördermittel-SME-Instrument
EurA-Innovationsberatung-Fördermittel-SME-Instrument