· 

Online-Dialog zum Thema Bioökonomie

Bioökonomie: Mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen

 

Der Planet, auf dem wir leben ist nicht unendlich belastbar. Diese Erkenntnis ist nicht neu und wird an zahlreichen Stellen auf dem Globus immer deutlicher sichtbar, auch wenn in der Öffentlichkeit aktuell andere Themen im Vordergrund stehen. Es ist ein gesellschaftliches Umdenken notwendig, um einen nachhaltigen und verantwortlichen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen anzustoßen. Das Thema Bioökonomie behandelt dabei eine zentrale Frage:

 

Wie können wir als Gesellschaft in Zukunft produzieren und konsumieren, ohne die planetaren Belastungsgrenzen zu überschreiten?

 

Dialoge und Diskussionen stehen oft am Anfang, wenn es darum geht, neue Denkprozesse anzustoßen. Vor diesem Hintergrund möchte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zu einer breiten Debatte zum Thema Bioökonomie einladen. Grundlage für die Diskussion bildet die Nationale Bioökonomiestrategie der Bundesregierung. Ziel ist es, eine möglichst heterogene Gruppe an potentiellen Diskutantinnen und Diskutanten für diese Diskussion zu gewinnen, um so ein möglichst breites Meinungsbild generieren zu können. Bioökonomie soll zu nachhaltiger Entwicklung beitragen.

 

Hintergrund: Chancen und Risiken

 

Das Konzept der Bioökonomie birgt vor dem Hintergrund des Naturschutzes und dem Erhalt der biologischen Vielfalt eine Reihe von Chancen. Doch auch hier wachsen die Bäume nicht in den Himmel: Die planetaren Belastungsgrenzen geben uns einen strengen Rahmen für die zukünftige Gestaltung der Bioökonomie vor.

 

Chancen

 

Wissen und Innovation sind zentrale Bestandteile der Bioökonomie. Die Entwicklung umweltfreundlicher und ressourcensparender Produktions- und Verarbeitungsmethoden kann auf vielfältige Weise zu einer umweltverträglichen und nachhaltigen Bioökonomie in neuen regionalen Wertschöpfungsketten aufgebaut werden. Auch die Anwendung innovativer land- und forstwirtschaftlicher Bewirtschaftungsmethoden bietet Chancen für einen verbesserten Umwelt- und Klimaschutz.

 

Die Digitalisierung und insbesondere Anwendungen des Precision Farmings können gezielt Dünge- und Pflanzenschutzmittel standortspezifisch auftragen und somit helfen, diese langfristig einzusparen. Neue Bewirtschaftungsformen in der Landwirtschaft wie Agroforstsysteme (eine Kombination aus Gehölzen mit Ackerbau und/oder Tierhaltung) sorgen für eine Verbesserung der lokalen Biodiversität, des Nährstoffhaushaltes sowie der Boden- und Grundwasserqualität. Durch Kaskaden- und Kreislaufwirtschaft werden Rohstoffpotentiale stofflich und energetisch möglichst effizient genutzt. Auch lassen sich verschiedene Bioökonomie-Konzepte an charakteristische Standortgegebenheiten anpassen. Durch die Nutzung lokalspezifischer Rohstoffe werden neue Wertschöpfungspotentiale erschlossen. Somit werden anspruchsvolle Arbeitsplätze geschaffen und die Attraktivität ländlicher Regionen gesteigert.

 

Risiken

 

Die Grundidee der Bioökonomie basiert auf dem Austausch der fossilen durch eine nachwachsende, biobasierte Rohstoffbasis. Begriffe wie erneuerbar oder nachwachsend suggerieren eine grenzenlose Verfügbarkeit der Rohstoffe. Allerdings werden schon heute die ökologischen Belastungsgrenzen der Biomasseproduktion überschritten. Deutschland importiert einen Großteil seiner Flächen aus dem Ausland, um den Biomassebedarf decken zu können. Die Ausweitung der Bioökonomie wird mit einem zunehmend wachsenden Bedarf an biobasierten Rohstoffen einhergehen. Damit zukünftig neben gesunden Lebens- und Futtermitteln auch ausreichend Bioenergie und Biomasse für die Industrie bereitsteht, erhöht sich der Druck auf verfügbare (Natur-)Flächen.

 

Der Ausbau der industriellen Biomasseproduktion führt somit zu einem verstärkten Nutzungsdruck auf Naturlandschaften und einem weiteren Verlust an Arten- und Lebensraumvielfalt. Der hohe Verbrauch an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln schädigt Wasser und Böden. Eine 1:1-Substitution erdölbasierter Rohstoffe kann und darf nicht das Ziel der Bioökonomie sein. Dieser Konflikt lässt sich langfristig nicht allein durch die Anwendung intelligenter Technologien vermeiden, sondern erfordert gleichzeitig ein bewussteres (suffizientes) Konsumverhalten – Weniger, Besser, Regionaler.

 

Rahmenbedingungen: Planetare Grenzen

 

Internationale Wissenschaftler veröffentlichten 2009 erstmals das Konzept der Planetaren Grenzen (engl. Planetary Boundaries) welches Aussagen über die Erdgesundheit und die Lebensgrundlagen der Menschheit trifft.

 

In diesem Konzept bestimmen neun globale Prozess die Widerstandskraft und die Belastungsgrenze unseres Planeten. Davon haben sechs direkte Folgen für die Menschheit. Bereits grenzwertig ist die Lage in den Bereichen Klimawandel und Landnutzungswandel. In den Bereichen genetische Vielfalt und des Phosphor- und Stickstoffkreislaufes wurden die Belastungsgrenzen bereits stark überschritten.

 

Somit sind vier der neun Planetaren Grenzen stark ausgereizt bzw. gänzlich überschritten. Dies führt dazu, dass die Stabilität der Ökosysteme irreversibel geschädigt und somit die Lebensgrundlage der Menschen gefährdet wird.

 

EurA-Innovationsberatung-Fördermittel-SME-Instrument

AACHEN ∙ BERLIN ∙  BRUSSELS ∙ ELLWANGEN ∙ ENGE-SANDE ∙ ERFURT ∙  HAMBURG ∙ PFARRKIRCHEN ∙ PORTO ∙ ZELLA-MEHLIS 

+49 7961 9256-0

info@eura-ag.de

Max-Eyth-Straße 2

73479 Ellwangen

Germany

Follow us on

EurA-Innovationsberatung-Fördermittel-SME-Instrument
EurA-Innovationsberatung-Fördermittel-SME-Instrument